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Was ist Wälzlagerspiel und wie wird es gemessen?

Das Wälzlagerspiel ist die maximale Bewegung, die einen Ring in radialer und den anderen in axialer Richtung fixiert. Die maximale Bewegung in radialer Richtung wird als Radialspiel, die maximale Bewegung in axialer Richtung als Axialspiel bezeichnet. Generell gilt: Je größer das Radialspiel, desto größer auch das Axialspiel und umgekehrt. Je nach Lagerzustand lassen sich drei Arten von Lagerspiel unterscheiden:

 

I. Ursprüngliche Freigabe

 

Freies Lagerspiel vor dem Einbau. Das ursprüngliche Lagerspiel wird durch die Bearbeitung und Montage des Herstellers bestimmt.

 

2. Einbau des Freiraums

 

Das sogenannte Passungsspiel bezeichnet das Spiel, das entsteht, wenn Lager, Welle und Lagergehäuse montiert, aber noch nicht in Betrieb sind. Das Montagespiel ist aufgrund der Presspassung geringer als das ursprüngliche Spiel, da entweder der Innenring vergrößert, der Außenring verkleinert oder beides bedingt ist.

 

3. Arbeitserlaubnis

 

Im Betriebszustand des Lagers erreicht die Temperatur des Innenrings ihren Maximalwert, wodurch sich das Lagerspiel verringert. Gleichzeitig kommt es aufgrund der Belastung zu elastischer Verformung an der Kontaktstelle zwischen Wälzkörper und Laufbahn, was das Lagerspiel vergrößert. Ob das tatsächliche Lagerspiel im Betrieb größer oder kleiner als das Einbauspiel ist, hängt vom Zusammenwirken dieser beiden Faktoren ab.

 

Einige Wälzlager lassen sich weder einstellen noch zerlegen. Sie sind in sechs Ausführungen von 0000 bis 5000 erhältlich. Es gibt den Typ 6000 (Schrägkugellager) sowie die Typen 1000, 2000 und 3000 mit Kegelbohrungen im Innenring. Das Lagerspiel dieser Wälzlager ist nach der Einstellung geringer als das ursprüngliche Spiel. Einige Lager lassen sich zudem ausbauen und das Spiel einstellen. Es gibt drei Lagertypen: Typ 7000 (Kegelrollenlager), Typ 8000 (Axialkugellager) und Typ 9000 (Axialrollenlager). Diese drei Lagertypen haben kein vorgegebenes Lagerspiel. Bei den Wälzlagern der Typen 6000 und 7000 verringert sich das Radialspiel, und umgekehrt. Bei den Wälzlagern der Typen 8000 und 9000 ist hingegen nur das Axialspiel relevant.

 

Ein ausreichendes Lagerspiel gewährleistet den ordnungsgemäßen Betrieb des Wälzlagers. Ist das Spiel zu gering, steigt die Temperatur des Wälzlagers, was zu Funktionsstörungen und zum Blockieren der Wälzkörper führen kann. Ein zu großes Spiel hingegen verursacht Vibrationen und Geräusche des Wälzlagers.

 

Die Methode zur Prüfung des Radialspiels ist wie folgt:

 

I. Sensorische Methode

 

1. Bei einem von Hand drehbaren Lager sollte das Lager leichtgängig und flexibel sein, ohne zu klemmen oder zu verhärten.

 

2. Schütteln Sie den Außenring des Lagers von Hand. Selbst bei einem Radialspiel von nur 0,01 mm beträgt die axiale Bewegung des oberen Lagerpunkts 0,10–0,15 mm. Diese Methode wird bei einreihigen Zentripetalkugellagern angewendet.

 

Messmethode

 

1. Die Position der maximalen Belastung des Wälzlagers wird mithilfe einer Fühlerlehre überprüft und bestätigt. Dazu wird die Fühlerlehre 180° zwischen Wälzkörper und Außen- (Innen-)ring eingeführt. Die Dicke der Fühlerlehre entspricht dem Radialspiel des Lagers. Dieses Verfahren findet breite Anwendung bei Pendellagern und Zylinderrollenlagern.

 

2. Überprüfen Sie mit der Messuhr. Stellen Sie die Messuhr zuerst auf Null, heben Sie dann den äußeren Wälzlagerring an. Der Messwert der Messuhr ist das Radialspiel des Lagers.

 

Die Prüfmethode für das axiale Spiel ist wie folgt:

 

1. Sensorische Methode

 

Prüfen Sie das axiale Lagerspiel mit dem Finger. Diese Methode sollte angewendet werden, wenn das Wellenende zugänglich ist. Ist das Wellenende geschlossen oder kann es aus anderen Gründen nicht mit den Fingern geprüft werden, prüfen Sie, ob sich die Welle leicht drehen lässt.

 

2. Messmethode

 

(1) Mit einer Fühlerlehre prüfen. Die Vorgehensweise ist die gleiche wie bei der Prüfung des Radialspiels mit einer Fühlerlehre, jedoch sollte das Axialspiel ...

 

C = lambda/sin (2 beta)

 

Wobei c -- axiales Spiel, mm;

 

-- Messdicke, mm;

 

-- Lagerkegelwinkel, (°).

 

(2) Mit der Messuhr prüfen. Wird die bewegliche Welle mithilfe des Brecheisens in zwei Endpositionen geführt, entspricht die Differenz der Messwerte der Messuhr dem axialen Lagerspiel. Die auf das Brecheisen ausgeübte Kraft darf jedoch nicht zu groß sein, da es sonst zu elastischer Verformung des Lagergehäuses kommt. Selbst geringfügige Verformungen beeinträchtigen die Genauigkeit der gemessenen axialen Lagerspiel-Werte.


Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2020